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Deutsche Industrie verschwendet kostbare Energie

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Großteil der Wärmeanlagen der deutschen Industrie veraltet

modern machine operatorUmwelttechnik entwickeln, herstellen und exportieren heißt nicht unbedingt, sie auch selbst konsequent anzuwenden. Zumindest legt eine Umfrage der Deutschen Energie Agentur GmbH (dena) diesen Schluss nahe. Daraus geht hervor, dass die Wärmeversorgung der deutschen Industrie noch erheblichen Nachholbedarf hat. Während immerhin bislang gut 80 Prozent der großen Unternehmen ihre Energieeffizienz schon verbessert hätten, sind vor allem bei kleinen und mittleren Betrieben Investitionen zur Bereitstellung von Prozess- und Wärmeenergie notwendig.

Deutsche Anlagen hinken hinterher

Vor allem feuerungstechnische Anlage in Industrie und Gewerbe sind oft älter als zehn Jahre und entsprechen damit längst nicht mehr dem Stand der heutigen Technik. Dabei benötigen sie mehr als die Hälfte des Gesamtenergieverbrauchs der Industrie allein für die aufwendige Produktion von Prozesswärme. Der andere Löwenanteil geht an die Herstellung von Raumwärme. Die Initiative EnergieEffizienz schätzt, dass mit deutlich moderneren Energiegewinnungstechniken in den Bereichen Prozess- und Raumwärme der Verbrauch um 7,5 bzw. sogar 18 Prozent gesenkt werden kann.

Kostenfaktor Energiegewinnung

Dabei ist die Zurückhaltung von kleinen und mittleren Unternehmen bei der Umstellung auf eine effiziente Energiegewinnung nicht unbedingt nachvollziehbar. Denn die Umstellung auf zeitgemäße und umweltverträgliche Verfahren spart auf lange Sicht bares Geld. Die jährlichen Energiekosten sinken meist deutlich ebenso wie die verbrauchten Kilowattstunden. Als Resultat einer neuen Wärmeversorgungsanlage verbessert sich auch Energiebilanz. Teilweise erfüllt sie Energie- und Klimaziele, die laut Bundesregierung erst im Jahr 2050 erreicht werden sollen. Und viele dieser hochmodernen Anlagen rechnen sich schon nach spätestens sechs Jahren.

Welche Techniken sind sinnvoll?

Häufig kommen bei der Umstellung der Wärmeerzeugung sogenannte Blockheizkraftwerke zum Einsatz, die zugleich Wärme und Strom erzeugen können. Neben Öl und Gas lässt sich auch Biogas sinnvoll für die Energiegewinnung einsetzen (Thema Energie aus Biomasse). Es kann zur Dampferzeugung und dadurch bei der Produktion genutzt werden. Einige mittelständische Unternehmen setzen zudem auf Energiegewinnung aus Sonne, Luft und Erde. Im Idealfall lassen sich verschiedene Methoden so geschickt miteinander kombinieren, dass durch Brennwerttechnik, Kraft-Wärme-Kopplung und Biogasanlage der Energiebedarf um weit mehr als die Hälfte gedeckt und obendrein der CO2-Ausstoß erheblich gesenkt werden kann. Würden alle kleinen und mittelständischen Unternehmen auf diese Formen der Energiegewinnung und -nutzung umstellen, wäre Deutschland wirklich auch ein Vorreiter in Sachen angewandte Umwelttechnik.

Foto: © michaeljung – Fotolia.com

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